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  • Marcus 11:01 am 8. July 2016 Permalink | Antwort
    Tags: , FPÖ, Hofer, Präsidentschaftswahl   

    Karl Kraus und die Präsidentschaftswahl 

    Karl Kraus, die ÖsterreicherJa, was soll ich sagen. Als Österreicher hatte man es noch nie leicht. Und als Österreicher, der in Deutschland aufwächst und lebt schon mal gar nicht. Einerseits ist man für die Österreicher so etwas wie ein Flüchtiger und wird im Beamtenösterreichisch als „Auslandsösterreicher“ bezeichnet.  Andererseits ist man für die Deutschen entweder ein Ausländer, oder eben einfach kein richtiger Deutscher, oder ein Abkömmling des Großdeutschen Reiches, so dass ich irgendwann den Eindruck hatte, dass Österreich eigentlich gar kein richtiges Land ist. Es ist ein Überbleibsel, ein rudimentärer Rest eines einstigen Vielvölkerstaates, der sich selbst als „deutsch“ definiert, aber dennoch mit Krallen an eine eingeredete Kultur klammert, die lediglich eine vermengte Kombination aus vielen anderen Kulturen ist.

    Aber sei’s drum, mich hat es nie gestört und irgendwie habe ich mir auch diese „Besonderheiten“ zu eigen gemacht und damit spielen gelernt.

    Ach ja, die blöden Anspielungen auf Hitler, Pikropil und die FPÖ lasse ich hier mal weg. Und dennoch muss man sich damit einfach auseinandersetzen, insbesondere aufgrund der Entwicklungen in den letzten Monaten. Das Erstarken der FPÖ und des seltsamen nationalen Stolzes schürt in mir ein ungutes Gefühl. Ich meine, dass sich die Österreicher -ähnlich wie die Schweizer- gerne in ihren Alpen verbarrikadieren und eine gewisse Eigentümlichkeit entwickelt haben: geschenkt. Dennoch will der Österreicher irgendwie irgendwie offen, diplomatisch und global an der Weltpolitik teilnehmen, wahrscheinlich immer mit Metternich im Hinterkopf, der die große Aufteilung Europas nach Napoleon organisiert hat.

    Diese Zerrissenheit und dieses Rumgeeier  macht sich deutlich in der Politik und im Volk bemerkbar. Die sogenannte Europäische Krise verschärft noch diese österreichische Zerrissenheit und macht nun deutlich klar, wo der Österreicher politisch steht. Für mich als „Auslandsösterreicher“ wirkt die österreichische Politik wie ein Griff ins Klo nach dem anderen. Und der Strache steht am Drücker und ist kurz davor das Land zusammen mit dem braunen Dreck in die Kanalisation zu spülen.

    Ich hatte ja die leise Hoffnung, dass Österreich den Europäischen Idiotie-Preis langfristig an die Briten aufgrund des Brexit abgeben – weit gefehlt. Kurz darauf holen wir uns den wieder mit der Wiederholung der Präsidentschaftswahl 2016.

    Sofort kam mir Karl Kraus in den Sinn, dessen Zitat diesen Beitrag hier krönt und ich für meinen Teil muss ehrlich zugeben, dass es mir zunehmend peinlich wird meine Staatsbürgerschaft preis zugeben. Ich fühle mich sowieso als „Weltbürger“, habe insgesamt eine eher globale Einstellung, dennoch kommt man ja immer mal in eine Situation, in der man den Reisepass oder Personalausweis vorzeigen muss. Ich mache das mittlerweile ungern.

    Ich kenne die österreichische Behäbigkeit. Sicherlich werden sich viele denken: „Jetz wissens eh ohle, jetz wiad a eh ned gwöhd, dea Hofah…“…. ja NEE! Genau das befürchte ich nämlich! Lieber nen G’Spritzten saufen, als zur Wahl zu gehen und irgendwie hoffen, dass sich sowieso alles zum Guten wendet. Und wenn nicht, dann wird halt debattiert.

    Also AUF ihr Österreicher: GEHT ZUR WAHL und setzt ein Zeichen GEGEN rechts – nicht FÜR!

    Noch bin ich nicht soweit, wie mein Landsmann Elyas M’Barek, das kann sich aber im Oktober dieses Jahres ändern.

     
  • Marcus 12:34 am 4. April 2016 Permalink | Antwort  

    Moderat Live, München Zenith, 31.03.2016 

    Konzerte in München sind immer etwas besonderes: man weiß nie was einen genau erwartet. Ob man nun plötzlich in einem Pulk der klassischen Münchner Schickeria feststeckt, 4 Stunden auf den Einlaß wartet, weil die Konzert-Organisation es nicht hinbekommt ONLINE-Tickets von konventionellen Tickets zu unterscheiden, oder ob man einfach nur unter angenehmen Menschen ein tolles Konzert erlebt – alles ist möglich.

    So auch beim Konzert von Moderat im Münchner Zenith. Das Zenith ist relativ leicht zu finden, es gibt mehr als genug Parkmöglichkeiten (wenn man 5€ fürs Parken ausgeben möchte) und das gesamte Areal gefällt mir persönlich ziemlich gut. Die alten Industrieflächen wirken zwar spartanisch, passen aber perfekt zu einem Elektronik-Konzert, auf das wir uns schon mächtig gefreut haben. Die Leutz, die Moderat sehen wollten waren alterstechnisch bunt gemischt, von geschätzten 17jährigen Mädels und Jungs bis zu junggebliebenen Mitt50ern war irgendwie alles vertreten. Die Stimmung war echt nett, beinahe harmonisch… und hier muss ich echt mal ne Lanze für München brechen – die Leute sind einfach super! Ich habe bisher bei jedem Konzert in München – ob nun Reggae, Metal oder Elektro – nur und ausschließlich eine positive Grundstimmung erlebt. Deppen gibt es überall, keine Frage – in München schaffen es die aber offenbar nicht, die Stimmung komplett kippen zu lassen.

    Wie auch immer – mit diesen positiven Eindrücken sind wir rein in die Halle, packen uns irgendwo ins hintere Drittel vor die Bühne und warten die Vorband ab. Na… Band ist etwas übertrieben. Es war Shed, mir ist der Typ bis dahin kein Begriff gewesen, aber er hat es nicht geschafft auch nur einen Funken in Richtung Publikum überspringen zu lassen. Ein „DU HAST ES VERSUCHT!“ aus dem Zuschauerraum war so das allgemeine Resümee Kommentar. Nach viel zu langen 30min wurde dann sein Set abgebaut und es hieß wieder warten.

    Um etwa 21:30 Uhr ging es dann los mit Moderat. Man hat gemerkt, dass die Jungs etwas erstaunt über die Menge an Menschen war, die sich im Zenith versammelt haben… aber sie haben es schnell geschafft das Publikum zu packen. Fokus lag natürlich auf den Titeln der neuen Scheibe, aber auch ältere Klassiker wurde natürlich ausgepackt und gespielt. Ich muss sagen, besonders LAUT war es nicht, aber die Bässe waren so dermaßen krass, dass meine Unterschenkel mitvibrierten…😀

    Die Laser- und Lichtshow war genial, aber man hat schon gemerkt, daß das gesamte Setup für kleinere Räume/Hallen konzipiert war. Im Zenith ist die Show um die Musik herum in Gänze leider etwas „verschwunden“, war aber geil genug um mich zumindest echt zu beeindrucken.

    Um etwa 23 Uhr und insgesamt 4 (oder waren es 6) Zugaben haben Moderat dann eingepackt. 2,5 Stunden etwa haben die Kollegen gespielt und ich muss sagen – die hätten nochmal locker 2,5 Stunden drauflegen können! Die Stimmung war super und die Musik und die Bässe einfach nur fett.

    Leute: sofern ihr auf die Musik steht – tut euch Moderat bei euch in der Nähe Live an. Ihr werdet es nicht bereuen! Ich zumindest werde die Jungs weiter auf der Kette haben und ganz sicher wieder Live sehen!

    Ich habe es leider aufgrund des genialen Konzertes verpennt ein paar Fotos und Videos zu machen (ich war zu fasziniert von dem Ganzen), daher hier ein kleines Video von dem Münchner Konzert 2014 im Kesselhaus. München.

    In diesem Sinne!

     
  • Marcus 15:30 am 21. March 2016 Permalink | Antwort
    Tags: Antilopen Gang, NMZS   

    die wichtigsten Dinge im Leben sagt man leise* 

    *(Antilopen Gang – Ibiza)

    R.I.P NMZS – 28.11.1984 – 20.03.2013

     

     
  • Marcus 13:16 am 4. March 2016 Permalink | Antwort
    Tags: Bayern2, Ecki Stieg, elektronische Musik, Grenzwellen, MODERAT   

    Es gibt… 

    … Dinge, die machen mich irgendwie nachdenklich-melancholisch. Immer dann, wenn ich etwas „Neues“ entdecke, von dem ich annehme, es könnte einen besonderen Platz in meinem Leben einnehmen und ich mich freue wie ein (Veggie-) Schnitzel – solange, bis mir auffällt was ich für ein Glück habe, dies noch in der kurzen Zeit meiner Lebensspanne gefunden zu haben – immer dann wird mir gleichzeitig bewusst, wie viel eigentlich von mir unentdeckt bleiben wird.

    Ja, aber es nutzt ja nix.

    Was bleibt also? Das Beste draus zu machen.

    Neulich Nacht habe ich bei dem legendären Sender BAYERN 2, der mich ab etwa 23:00 Uhr teilweise mächtig an die legendären Grenzwellen von Ecki Stieg erinnert, zum ersten Mal MODERAT gehört. Eine „Band“, die solo und zusammen schon seit einiger Zeit unterwegs sind und das was sie tun ich persönlich weitläufig als „elektronische Musik“ klassifizieren würde.

    Bei Bayern 2 wurde nun das neue Album von dem Kollegen vorgestellt, das erst in Kürze vollständig zu kaufen sein wird. Mich hat es geflasht… und vielleicht gefällt es euch ebenso gut wie mir!🙂

    Ich poste aber erst weiter unten die erste „Auskopplung“ des neuen Albums – hier erstmal der Titel RUSTY NAILS in einer LIVE-Variante, der mich nochmal etwas weiter angefixxt hat… aber hört selbst:

     

    Und damit ihr auch gleich wisst, was mit dem neuen Album auf euch zu kommt, „REMINDER“:

     

     

     
  • Marcus 18:07 am 24. February 2016 Permalink | Antwort  

    Von Statistiken und Zahlen 

    Ich mache da kein Geheimnis draus, ich finde die Situation in Deutschland – in Europa – beängstigend. Mir wird zunehmend kalt und ich haben schon vor Monaten, wenn nicht schon vor Jahren damit begonnen mir Sorgen über die gesellschaftliche Entwicklung zu machen. Ich habe teilweise versucht eine Erklärung dafür zu finden, habe es mit Verständnis versucht und letztlich bin ich bei reiner Fassungslosigkeit gelandet.

    Mich stört auch zunehmend der Umgang mit dem Thema. Der Mensch und das Schicksal rückt medial in den Hintergrund. Man redet von Obergrenzen und Kontingenten, von Massen und haltlosem Zustrom. Pauschalisierungen und Polemik bestimmen die Gesprächsrunden am Mittagstisch und diese ewige Stammtischpolitik geht mir sowas von auf die Eier. Und je mehr sich ein Mensch zu einer bloßen Ziffer in einer Statistik entwickelt, desto mehr Menschlichkeit verlieren wir.

    Wir vergessen dabei nur zu gern, dass es sich um Menschen handelt. Ich für meinen Teil habe beschlossen, genau dies nicht zu vergessen.

    Missy Higgins, eine Musikerin aus Australien, hat sich diesem Thema angenommen und ein tolles Lied dazu geschrieben. Das Video ist bespickt mit gemalten Bildern von Kindern, die aus den aktuellen Krisengebieten geflohen sind. Es ist beschämend, bedrückend und beängstigend , dass wir in Deutschland mit fettem Bauch, einem prall gefüllten Teller und die Currywurst noch nicht richtig zerkauft darüber hetzen, dass dieses Pack doch verrecken soll.

    Missy Higgins zum Song und zum Video:

    Like most people, the photo of little Alan Kurdi being carried out of the water shook me to my core. We often read about the tragic plight of refugees but I think that picture exposed us to the reality in such a raw way that the truth became inescapable.
    ‚Oh Canada‘ simply aims to tell a story. It’s not preaching anything in particular, it’s simply my attempt to make sense out of senselessness. If it also reminds people of what happened to Alan and his family then I think that would be good – after what they went through they don’t deserve to be forgotten. If the song reminds people how the picture of that lifeless little boy made them feel then that would be even better because that proves we’re all very similar people who just happen to live under different circumstances. If the song inspires anyone to do something on behalf of refugees – to speak up for their rights and to push back against those who seek to inflame our fears and prejudices – then I think that would be best of all.
    ‚Oh Canada‘ is out now, with 100% of net proceeds from sales going to the Asylum Seeker Resource Centre (ASRC).
    The song is accompanied by a powerful animated video created by award winning director Natasha Pincus and animation director Nicholas Kallincos.
    Caritas and World Vision Australia support programs in Syria and neighbouring countries that create spaces where children can express their feelings of the past and hopes for the future. The drawings in the ‚Oh Canada‘ video are by children in Caritas programs in Damascus, Syria and in World Vision programs in Beirut, Lebanon. Both the global Caritas network and World Vision have helped millions of people affected by the crisis in the Middle East.
    Und jetzt hört und seht. Es lohnt.
     
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